Di, 30.06.2026
Die schönsten Geschichten beginnen selten auf dem Sofa
Im März 2006 sollte ich meinen ersten Interessenten für den Freizeitclub zurückrufen.
Puh.
Allein bei dem Gedanken bekam ich Schweißausbrüche.
Heute glaubt mir das kaum noch jemand, aber damals war ich wahnsinnig schüchtern. Ich habe den Anruf immer wieder vor mir hergeschoben. Mein Bauch kribbelte wie eine Million Ameisen und ich habe mir die wildesten Gedanken gemacht.
Was ist, wenn ich mich verhaspele?
Was ist, wenn die Leute mich komisch finden?
Was ist, wenn ich das alles gar nicht kann?
Als ich dann endlich angerufen habe, ist natürlich genau das passiert: Ich war nervös, habe mich verhaspelt und wahrscheinlich keinen besonders souveränen Eindruck gemacht.
Aber ich habe angerufen.
Und genau das hat am Ende den Unterschied gemacht.
Warum ich dir das erzähle?
Weil ich in den letzten fast 20 Jahren etwas gelernt habe:
<b>Die schönsten Geschichten beginnen selten auf dem Sofa.</b>
Sie beginnen meistens mit einem kleinen Stück Mut.
Mit einer Anmeldung.
Mit einem "Ich probiere es einfach mal."
Mit einem "Was soll schon passieren?"
Wenn ich heute auf fast 20 Jahre Freizeitclub Leipzig zurückblicke, dann denke ich nicht an Teilnehmerzahlen oder Veranstaltungen.
Ich denke an die Menschen.
An Freundschaften, die entstanden sind.
An gemeinsame Urlaube.
An unzählige Abende voller Lachen.
An Menschen, die neu in Leipzig waren und heute einen großen Freundeskreis haben.
An Paare, die sich bei uns kennengelernt haben.
Und weißt du, was all diese Geschichten gemeinsam haben?
<b>Irgendjemand hat sich damals getraut, einfach zu kommen.</b>
Obwohl er niemanden kannte.
Obwohl er unsicher war.
Obwohl er vielleicht kurz vorher noch überlegt hat, wieder abzusagen.
Ganz ehrlich?
Bis heute bin ich manchmal nervös, wenn neue Leute auf meinen Reisen oder Veranstaltungen dabei sind. Nach außen merkt man mir das vielleicht nicht an, aber innerlich flattert es noch immer.
Deshalb kann ich jeden verstehen, der Respekt vor dem ersten Schritt hat.
Aber ich weiß eben auch:
<b>Freundschaften entstehen nicht zu Hause.</b>
<b>Gemeinschaft entsteht nicht durch Zuschauen.</b>
<b>Und neue Menschen lernst du nur kennen, wenn du ihnen auch die Chance dazu gibst.</b>
Was du daraus mitnehmen kannst:
• Warte nicht darauf, dass sich zuerst die "richtigen" Leute anmelden.
• Oft werden genau die Menschen zu Freunden, die du vorher noch gar nicht kanntest.
• Gemeinschaft funktioniert nur, wenn wir alle ein kleines Stück dazu beitragen.
• Die besten Erinnerungen entstehen meistens dann, wenn wir uns vorher nicht ganz sicher waren.
<b>Deshalb habe ich heute eine kleine Bitte an dich:</b>
Wenn du schon länger überlegt hast, mal wieder dabei zu sein, dann komm einfach.
Nicht erst, wenn deine Lieblingsmenschen angemeldet sind.
Nicht erst, wenn sich schon 20 andere eingetragen haben.
Sondern jetzt.
Denn genau so sind in den letzten 20 Jahren all die Freundschaften, Reisebekanntschaften und Paare entstanden, auf die wir heute so gern zurückblicken.
<b>Nur gemeinsam wird aus einem Freizeitprogramm echte Gemeinschaft.</b>
Und vielleicht wartet auf der nächsten Veranstaltung schon jemand, den du heute noch gar nicht kennst – der aber in ein paar Monaten oder Jahren zu deinem Freundeskreis gehört.
Liebe Grüße
Bianka